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Mittwoch, 28. Januar 2015

Ich bin die Angst (Ethan Cross)

Nach Jahren mal wieder ein Artikel von mir in diesem Blog :) Und am besten über ein Buch, daß trotz dem Genre "Thriller" bzw. "Krimi", das ich als "leichte Kost" bezeichnen würde -- im Sinne von: "kann in ein paar wenigen Tagen gelesen werden und dient schlichtweg der Entspannung".

Ethan Cross also, ein US-Autor in einem klassischen Krimi/Thriller. Ein Killer, der sich "Anarchist" nennt, bringt im Großraum Chicago Frauen um -- indem er sie entführt und danach zwingt, ihm während sie sterben (weil er die Hauptschlagader aufschneidet und sie verbluten lässt), direkt in die Augen zu schauen. Das erreicht er, indem er ihnen mit einem Gerät, wie man sie von Augen-OPs kennt, die Augen aufhält. Davor will er wissen, warum sie glücklich sind. Danach verbrennt er sie.

Nicht nur die örtliche Polizei, sowie eine Agentin des FBI sondern auch eine Special Unit des Ministerium, die sogenannte Shepherd Organization, mischt bei der Aufklärung des Falls mit.
Dabei stoßen sie auf ein paar weitere Opfer, auch schon alte Leichen aus alten Verbrechen, auf eine satanistische Truppe, die hinter allem steckt im Wesentlichen und auf den Bruder des Chefermittlers -- selber ein Serienmörder, der mit äusserster Brutalität seine Opfer nach z.T. althergebrachten mittelalterlichen Methoden foltert.

Am Schluß wird auf spannende Art und Weise der Täter (natürlich) gefasst, der Hauptermittler der Shepherd Organization will kündigen, bis er erfährt, daß sein Totgeglaubter leiblicher Vater, von derm er bis vor kurzem nicht wusste (er erfährt auch erst während des Buches, daß der Serienmörder mit dem er zusammen arbeitet sein Bruder ist), noch lebt. Dieser hat aber die Stiefeltern des Ermittler auf dem Gewissen..... Mit dieser Info endet das aktuelle Buch und man kann jetzt schon auf einen neuen Teil gefasst sein.

Fazit: Insgesamt ein lesenswertes Buch, daß durchweg einen Spannungsbogen aufrecht erhält, auch mit vielen neuen Infos, mit denen man im Vorfeld nicht rechnen konnte. Gut fand ich auch, daß keiner der Ermittler selber vom Anarchisten entführt wurde oder mit ihm verwandt ist oder oder oder... so wie es häufig in (gerade aus den USA stammenden) Krimis der Fall ist (einfach um mehr Dramatik zu erzeugen). Da ich aber schon deutlich spannendere Krimis gelesen habe: 3,5 Sterne.

Infos zum Buch:
  • Titel: Ich bin die Angst
  • Autorin: Ethan Cross
  • Genre: Thriller
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • ISBN: 978-3-404-17078-4
  • Preis: € 9.99 (Taschenbuch)
(Bild folgt)

Mittwoch, 16. Juni 2010

Der Trakt (Arno Strobel)


"Stell Dir vor, dein Mann sagt, er hat dich noch nie gesehen, und die Leute sagen, du hast nie ein Kind gehabt. Wem kannst Du trauen, wenn niemand dir glaubt?" lautet der Klappentext des Psychothrillers von
Arno Strobel. Liest sich sehr spannend, erinnerte mich aber stark an ein ähnliches Buch von Joy Fielding. Gekauft habe ich es mir erst nachdem ich 3- oder 4-mal daran vorbeigelaufen bin und ein anderes Buch bevorzugt hatte.

Beim Lesen hab ich schon nach den ersten Seiten geahnt, wie die Geschichte ausgeht. Vermutlich genau deswegen, weil das Fielding-Buch eben sehr ähnlich war. Vorprogrammierte Langeweile, könnte man also denken - ABER nichtsdestotrotz war das Buch sehr spannend und es gab dann doch noch einige, wenn auch nur nebensächliche Überraschungen am Ende (wer ist gut, wer böse?). Irgendwie war ich trotz der Absehbarkeit der Geschichte so gefesselt, daß ich es in einem Tag gelesen hatte.

Fazit: kurzweilige Unterhaltung, spannend und für die, die das Buch von Fielding nicht kennen, auf alle Fälle SEHR empfehlenswert. 4 Sterne.

Infos zum Buch:
  • Titel: Der Trakt
  • Autor: Arno Strobel
  • Genre: Thriller
  • Verlag: Fischer
  • Jahr: 2010
  • ISBN: 978-3-596-18631-0
  • Preis: € 8,95 (Taschenbuch)

Donnerstag, 18. Februar 2010

Eisiges Blut (Robert Masello)

Für eine Zugfahrt legte ich mir ein leicht lesbares Buch zu; wie oft üblich, am liebsten einen Krimi oder Thriller.

Wieder einmal aufgrund des Klappentextes entschied ich mich für den Thriller "Eisiges Blut" von Robert Masello. Der Klappentext versprach folgendes:

"Am Ende der Welt: Point Adelie in der Antarktis. Hier, in der unwirtlichen, endlosen Eiswüste in der Nähe des Pols, recherchiert der Journalist Michael Wilde den Alltag in einer Forschungsstation, als er im Polarmeer einen spektakulären Fund macht: die beiden Körper eines Mannes und einer Frau - aneinandergekettet und perfekt konserviert in hundertfünfzig Jahre altem Gletschereis. Die Suche nach dem Geheimnis des versunkenen Paares bringt Michael auf die Spur einer Geschichte, die Jahrhunderte und Kontinente überspannt. Und die sein Leben für immer verändern wird...".

Liest sich also nach Krimi in der Antarktis, ist es aber nicht ganz ganz. Die USA Today schrieb dazu "Also ob Stephenie Meyer und Michael Crichton zusammen einen Spannungsroman schreiben würden". Wenn man weiß, daß Stephenie Meyer die Biss-Romane um Edward und Bella geschrieben hat, dämmert einem dann doch, daß die beiden Toten so tot gar nicht sind, sondern es sich viel eher um Vampire handelt. Wenn man sich darauf einlässt, ist das Buch ganz spannend - allerdings muß man eben Geschichten mit einem gewissen übernatürlichen Element mögen.

Alles beginnt mit einer Vorgeschichte, die man zu Beginn eigentlich gar nicht richtig versteht, und bei der sich so das nochmalige Lesen gg. Ende des Buches empfiehlt. Danach wird zunächst erklärt, warum Michael Wilde in die Antarktis fährt, um dort für einen Artikel in einem Reisemagazin zu schreiben. Hervorragend beschrieben ist die antarktische Landschaft - so genial, daß man Lust bekommt, sich umgehend auf den Weg dorthin zu machen und die unwirtliche Gegend selber kennenzulernen.
Auf einer Tauchfahrt mit einem Wissenschaftler entdeckt er dann die Leichen, die dann geborgen werden. Noch während die Wissenschaftler und der Journalist darauf warten, daß der Eisblock in dem die Leichen gefangen sind, auftaut, befreien sich diese selber und flüchten - nicht ohne ein Opfer zu hinterlassen, das selber zum Vampir wird, der fortan für Horror sorgt. Nachdem es einem kleinen Kreis um Michael herum gelingt, die Frau im Eis (Eleanor) in die Forschungsstation zu bringen, wird auch ein Heilmittel für die "Vampir"-krankheit gefunden, die allerdings heftige Nebenwirkungen für die "Patienten" haben. Nachdem sich die Ereignisse um den Vampirmann (Sinclair), der ebenfalls auf der Forschungsstation weilte inzwischen, zuspitzen, führt eine kurze Verfolgsjagd dazu, daß dieser tödlich verunglückt. Michael und Eleanor verlieben sich ineinander und fliegen in die Vereinigten Staaten. Friede, Freude, Eierkuchen also am Ende...

Was das Buch verspricht, ist leichte, dennoch spannende Unterhaltung - diese wird auch zum Teil gehalten; nett gemacht sind die kurzen Einblendungen der Geschichte von Sinclair und Eleanor, die im England und dem Krimkrieg um die Mitte des 19. Jahrhunderts spielen.

Ein paar Nebenschauplätze sind auch eingebaut, nett fand ich die Geschichte um einen von Michael aufgezogenen Polarvogel namens Ollie.

Fazit:
Insgesamt ein nettes Buch, schnell zu lesen und genau richtig fürs Zugfahren - allerdings irreführend durch den Klappentext und sehr berechenbar ob des Endes der Geschichte. 2.5 Sterne.

Infos zum Buch:
  • Titel: Eisiges Blut
  • Autor: Robert Masello
  • Genre: Thriller
  • Verlag: Fischer
  • Jahr: 2009
  • ISBN: 978-3-596-18519-1
  • Preis: € 8,95 (Taschenbuch)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Kind 44 (Tom Rob Smith)

Vor kurzem war ich auf der Suche nach einem Buch zur Unterhaltung und Zerstreuung und hatte Lust auf einen Krimi. Da "Kind 44" von Tom Rob Smith gerade in den Bestsellerlisten vertreten ist und einen ansprechenden Klappentext hatte, hab ich mir dieses Buch mitgenommen.

Der Klappentext liest sich folgendermaßen:
"Moskau, 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt dabei sich und seine Familie in tödliche Gefahr..."

Daß dieser Klappentext massiv irreführend ist, mußte ich beim Lesen des Buches feststellen. Man vermutet nun ja, dass eben die erste Leiche gefunden wird, es einige Komplikationen mit dem Vorgesetzen des ermittelnden Kommissars geben wird, recht bald eine zweite Leiche auftaucht und Leo Demidov mehr oder minder heimlich ermittelt. Das alles passiert aber erst im 2. Teil des Buches. Der komplette erste Teil beschäftigt sich mit der Verfolgung von der Spionage verdächtigen Personen, mit den Interna des russischen Inlandgeheimdienstes. Der ermittelnden Kommissar Leo Demidow glaubt auch zunächst nicht an einen Mord, sondern versucht die Familie des Mordopfers zu überzeugen davon, daß es sich um einen Unfall handelte.

Wüsste man, daß es sich um einen Agententhriller handelt mit inkludierter Mordaufklärung, könnte man sich darauf einstellen - so aber mußte ich mich die erste Hälfte des Buches fast zwingen, weiterzulesen; immer gespannt darauf, wann die auf dem Klappentext angekündigte Geschichte denn jetzt beginnt.
Nachdem diese dann mit dem Fund der 2. Leiche einsetzt, wird es dann doch recht spannend. Allerdings ist auch diese (eigentliche) Geschichte wieder durchsetzt von wilden Verfolgunsjagden von Demidow und seiner Frau durch seine Ex-Behörde.

Am Ende findet Demidow (natürlich) den Mörder, kurz bevor er selber von seinen Verfolgern gestellt wird.

Um dem Ende nicht zu sehr vorauszugreifen, sei die Identität des Mörders nicht preisgegeben; allerdings sind die Zusammenhänge, die sich am Ende des Buches herauskristallieren, doch SEHR stark an den Haaren herangezogen.

FAZIT:
Insgesamt läßt sich über das Buch sagen, daß es versucht, ALLES in einer großen Geschichte unterzubringen: russische Verhältnisse zur Stalinzeit, Agententätigkeiten (die mit der eigentlichen Geschichte nicht viel zu tun haben), Intrigen unter Kollegen innerhalb des MGB, Willkürverfahren, "Einer gg. Alle", eine (natürlich) viel zu schöne Frau, sibirische Lager, alte Familiengeschichten, getötete Kinder, damalige Vorurteile gg.über Schwulen, Bestechung... Dieser Mischmasch macht in vielen Stellen den Eindruck, daß einfach ZU VIEL versucht wurde. Es wäre deutlich besser gewesen, wenn der Autor sich auf eine wesentliche Kerngeschichte konzentriert hätte und diese gezielt erzählt hätte.

Ein anderer Punkt ist, daß viele Stellen sehr ungenau recherchiert wurden, was mir unverständlich erscheint - wenn schon Bezug genommen wird auf die politischen Verhältnisse im Rußland der 50ger Jahre, dann sollte die Zeit, ausführliche Recherchen zu machen, gegeben sein. Allerdings hätten mich diese Fehler in einer fiktiven Geschichte nicht gestört, wenn die Geschichte wenigstens gut erzählt gewesen wäre.

Aufgrund der genannten Probleme und da mich dieses Buch enorm selten gefesselt hat (was bei einem Thriller nicht sein sollte), bekommt es von mir keine gute Wertung; lediglich 1 von 5 Sternen.


Infos zum Buch:
  • Autor: Tom Rob Smith
  • Titel: Kind 44
  • Genre: Thriller
  • Verlag: Goldmann
  • Jahr: 2010
  • ISBN: 978-3-442-47207-9
  • Preis: € 9,95 (Taschenbuch)